16.10.2017

PLANETHYP | Zinstrend Oktober 2017 | Baufinanzierung vom Testsieger

Politik der kleinen Schritte

Wachstum, Inflation, Unternehmensgewinne – die Rahmenbedingungen für eine Normalisierung der extrem lockeren Geldpolitik in vielen Industriestaaten sind so gut wie nie. Doch die Herausforderungen für die Zentralbanken bleiben gewaltig: Es gibt schlicht keinen Präzedenzfall für eine Rückführung der experimentellen Geldpolitik. Die Notenbankchefs gehen deshalb aktuell sehr behutsam bei der geldpolitischen Straffung vor.

Beobachter rechnen damit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) im Oktober ihre Programme zum Ankauf von Staatsanleihen, Pfandbriefen, verbrieften Krediten (ABS) und Unternehmensanleihen zunächst bis Mitte 2018 verlängert, gleichzeitig aber das monatliche Ankaufvolumen von 60 auf 40 Milliarden Euro reduziert. Die EZB könnte sich außerdem die Option offenhalten, im Notfall die Geldpolitik im Jahresverlauf wieder zu lockern – etwa, wenn sich die konjunkturellen Bedingungen in wichtigen südeuropäischen Ländern verschlechtern oder die Inflationsrate weiter zu deutlich hinter der EZB-Zielmarke von annähernd zwei Prozent zurückbleibt. Im September stiegen die Verbraucherpreise in der Eurozone nur um 1,5 Prozent zum Vorjahresmonat und damit genauso stark wie im August. Zuletzt hatte EZB-Vizechef Vitor Constancio eingeräumt, dass die für Aufschwungzeiten erstaunlich niedrige Inflation den Währungshütern „Rätsel“ aufgebe.

Rückkehr zur Normalität

Aus der Deckung wagt sich unterdessen die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) – und betritt Neuland: Die Fed kündigte die Reduzierung ihres 4,5 Billionen Dollar schweren Anleiheportfolios ab Oktober an. Rückzahlungen aus fälligen Anleihen werden künftig nur noch teilweise reinvestiert. Das Portfolio soll nach und nach über mehrere Jahre hinweg vorsichtig reduziert werden, um Markteruptionen zu vermeiden. Der monatliche Reduzierungsbetrag von anfänglich 10 Milliarden USD wird bis voraussichtlich Ende 2018 auf 50 Milliarden USD aufgestockt – ab 2019 soll das Port¬folio dann jährlich um 600 Milliarden USD schrumpfen. Außerdem hat Notenbank-Chefin Janet Yellen weitere Erhöhungen der Leitzinsen in Aussicht gestellt.

Der Chefvolkswirt der amerikanischen Ratingagentur Fitch, Brian Coulton, geht davon aus, dass der Leitzins in den USA bis 2020 auf 3,5 Prozent steigt. Die US-Notenbank dürfte mit ihren Zinsanhebungen schneller voranschreiten, auch wenn die Inflation niedrig bleibe, so Coulton. Die USA sind also auf einem vorsichtigen Weg zurück zu einer „Normalisierung“ der Geldpolitik, wie sie der EZB erst noch bevorsteht. Trotzdem könnte sich der leichte Anstieg des Zinsniveaus auch in der Eurozone 2018 fortsetzen.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dafür sind gut: So läuft die Wirtschaft im Eurogebiet mit 19 Ländern läuft nach Einschätzung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) besser als erwartet. Das Wachstum dürfte im laufenden Jahr 2,1 Prozent erreichen, das seien 0,3 Punkte mehr als noch im Juni angenommen. Für das kommende Jahr sagen die Experten für die Eurozone ein Plus von 1,9 Prozent vorher – 0,1 Punkte mehr als noch vor drei Monaten.

Der Aufschwung werde von Konsumausgaben, Investitionen und einem „gesunden Export-Wachstum“ getragen, so die Organisation. Frankreich als zweitgrößte Volkswirtschaft des gemeinsamen Währungsgebiets wird der OECD zufolge im laufenden Jahr um 1,7 Prozent wachsen, das sind 0,4 Punkte mehr als zunächst prognostiziert. Auch Italien schneidet mit plus 1,4 Prozent um 0,4 Punkte besser ab. Deutschland kommt demnach auf ein Wachstum von 2,2 Prozent, 0,2 Punkte mehr als bisher angenommen. Auch die Bundestagswahl am 24. September hat den Erwartungen keinen Dämpfer versetzt, wie der vom Beratungsunternehmen Sentix erhobene Konjunkturindikator zeigt: Die Anlegerstimmung stieg auf den höchsten Wert seit 2007. Angela Merkel verspricht offenbar auch unter veränderten Koalitionsbedingungen ein hohes Maß an Kontinuität. Ein Risikofaktor für die Exportwirtschaft bleibt allerdings der starke Euro.

Baugeld: weiter sehr günstig

Dass der Niedrigzins die „neue Normalität“ ist, daran hatte man sich schon fast gewöhnt. Den Sparguthaben ohne Zinsertrag standen und stehen dabei als positive Kehrseite der Medaille äußerst günstige Finanzierungskonditionen gegenüber. Und da derzeit keine abrupten Bewegungen von der EZB zu erwarten sind, dürfte es noch eine Weile dabei bleiben. Zuletzt gab es laut Biallo-Index Baugeld mit klassischer zehnjähriger Zinsbindung im Schnitt für 1,36 Prozent effektiven Jahreszins. Das war gegenüber Mitte September ein minimales Plus – aber weniger als noch im August. Doch auf lange Sicht werden sich Immobilienkäufer und Bauwillige wohl auf steigende Zinsen einstellen müssen.

Zinstrend:

  • sehr kurzfristig: (1-4 Wochen): gleichbleibend
  • kurzfristig (1-3 Monate): leicht steigend
  • mittelfristig (4-12 Monate): steigend
  • langfristig: steigend

ist ein Unternehmen der PlanetHome Group GmbH und auf die Vermittlung von Baufinanzierungen und Ratenkrediten mit nahezu allen Banken, Versicherungen und Bausparkassen in Deutschland spezialisiert. Mit mehr als 600 Mitarbeitern an mehr als 80 Standorten in Deutschland und Österreich ist die PlanetHome Group einer der führenden Dienstleister rund um die Immobilie. In der Baufinanzierung hat PlanetHyp seit Gründung im Jahr 2000 mehr als 85.000 zufriedenen Kunden zum Eigenheim verholfen. Mit über 1 Milliarde vermittelten Darlehensvolumen in 2016 gehört PlanetHyp zu den größten unabhängigen Immobilienfinanzierern und ist mehrfach ausgezeichnet (u.a. als bester Baufinanzierer). Diese langjährige Beratungserfahrung, der Einsatz modernster Technologien sowie ein Team, das Baufinanzierung so unbürokratisch und individuell wie möglich gestaltet, macht unsere Beratungsleistung besonders erfolgreich.

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