14.10.2016

Zinsen stecken fest

Ob Gold, Aktien oder Staats- und Unternehmensanleihen: Die Anleger sind extrem angespannt und reagieren schon beim geringsten Hinweis auf eine mögliche Kursänderung der wichtigsten Notenbanken rund um den Globus hochgradig nervös. Die internationalen Kapitalmärkte sind Spielball der Geldpolitik!

Jüngstes Beispiel war Anfang Oktober eine Meldung der US-Nachrichtenagentur Bloomberg. Darin wurde unter Berufung eines nicht genannten Notenbankers spekuliert, dass die Europäische Zentralbank (EZB) das Volumen ihres laufenden Anleiheankaufprogramms schrittweise reduzieren könnte, bevor sie es beendet. Davon allerdings ist die EZB derzeit Lichtjahre entfernt. Vielmehr dürften die Mitglieder des EZB-Rats in diesen Wochen diskutieren, wann sie die Verlängerung ihrer sogenannten quantitativen Lockerung der Geldpolitik verkünden werden.



Offiziell endet das Programm Ende März 2017. Tatsächlich aber rechnet kein Experte damit, dass ab April 2017 die Geldschwemme versiegen könnte – dennoch wechselten die Anleger in den Risikomodus und lösten Korrekturen an den Märkten aus. Dabei erscheint selbst eine Reduzierung der monatlichen EZB-Ankäufe in Höhe von 80 Milliarden Euro angesichts der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen unwahrscheinlich. Die europäischen Unternehmen – allen voran die deutschen – haben zwar den ersten Brexit-Schock weggesteckt, die Manger in den Führungsetagen blicken erstaunlich positiv in die Zukunft. Doch die Wachstumsdynamik bleibt schwach, der Aufschwung in der Eurozone ist nicht selbsttragend.

Noch problematischer aus Sicht der EZB: Die Kerninflation in der Eurozone scheint bei unter einem Prozent festzustecken – und liegt damit weiterhin hinter der Marschroute der europäischen Währungshüter. Die definieren Preisstabilität bei einer Inflationsrate von knapp zwei Prozent.

Längst sind Zweifel an der Wirksamkeit einer lang andauernden ultralockeren Geldpolitik aufgekommen. Mehr noch: Zuletzt warnten die Volkswirte der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sogar vor Wachstumshemmnissen und dem Risiko von Fehlinvestitionen, die die Basis für künftige Probleme legen könnten.

Dass Gelpolitik keine strukturellen Probleme lösen kann, ist nicht neu. Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), hat vielfach die Regierungen in Europa aufgefordert, politische Lösungen zu erarbeiten und die Rahmenbedingungen für mehr Investitionen und Wachstum zu legen. Inzwischen werden Fiskalprogramme auch in der Eurozone wieder lauter diskutiert. Zuletzt hat eine schwache Industrieproduktion in der Währungsunion EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker zum Vorschlag veranlasst, den EU-Investitionsfonds aufzustocken, um Europas Wirtschaft mehr Schwung zu verleihen.

Doch abgestimmte staatlich finanzierte Ausgabenprograme sind im Europa der zwei Geschwindigkeiten unwahrscheinlich. Während es in EU-Mitgliedsländern wie Deutschland keiner staatlich initiierten Wachstumsförderung bedarf, müssten Italien, Spanien oder Portugal erhebliche Ausgabenprogramme auf den Weg bringen, die sie alleine kaum stemmen könnten. Solange aber der politische Wille und der erforderliche Budgetspielraum für eine aktivere Fiskalpolitik fehlen, bleibt den Notenbanken keine andere Wahl, als ihren expansiven Kurs fortzusetzen.

Deutlich machte das zuletzt EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny. Der Gouverneur der Österreichischen Notenbank sagte auf einer Veranstaltung in Washington anlässlich des Herbsttreffens von Internationalem Währungsfonds und Weltbank, dass es lange dauern werde, bis die Zinsen wieder ihre Vor-Krisenniveaus erreichen könnten. Nowotny nutze seinen Auftritt, um den Anlegern Orientierung zu geben. Noch in diesem Jahr, so viel sei klar, werde die EZB Auskunft geben, wie es mit dem Anleiheankaufprogramm nach März 2017 weitergehe – ein für einen Notenbanker vergleichsweise klarer Hinweis: Die Geldschleusen der EZB bleiben geöffnet!

Damit dürfte sich auch der Boom am Immobilienmarkt in Deutschland fortsetzen. Der Bedarf an neuen Wohnungen ist insbesondere in Ballungszentren ungebrochen hoch. Die hohe Nachfrage und weiterhin günstige Finanzierungsbedingungen werden vorerst die Preise für Wohnraum weiter nach oben treiben. Wer also den Sprung in die eigene Immobilie plant oder sich zur Aufbesserung der späteren Rente eine vermietete Immobilie kaufen möchte, sollte zuschlagen, sobald sich die Gelegenheit bietet.

Für ein klassisches Hypothekendarlehen mit zehnjähriger Zinsbindung werden im Schnitt aktuell kaum mehr als ein Prozent Zinsen fällig. Wer gut vergleicht und 20 bis 20 Prozent Eigenkapital vorweist, sollte eine Finanzierung mit einer Null vor dem Komma abschließen können. Wichtig: Um nach Ablauf der Zinsbindung nicht in eine teure Anschlussfinanzierung zu geraten, sollten Kreditnehmer eine möglichst hohe anfängliche Tilgung anstreben und die Möglichkeit zu Sondertilgungen vereinbaren. Auch wenn es Jahre dauert, bis sich die Zinsen normalisieren: Der Tag wird kommen.


Zinstrend:
sehr kurzfristig: (1-4 Wochen): seitwärts
kurzfristig (1-3 Monate): seitwärts
mittelfristig (4-12 Monate): seitwärts
langfristig: moderat steigend

ist ein Unternehmen der PlanetHome Group GmbH und auf die Vermittlung von Baufinanzierungen und Ratenkrediten mit nahezu allen Banken, Versicherungen und Bausparkassen in Deutschland spezialisiert. Mit mehr als 600 Mitarbeitern an mehr als 80 Standorten in Deutschland und Österreich ist die PlanetHome Group einer der führenden Dienstleister rund um die Immobilie. In der Baufinanzierung hat PlanetHyp seit Gründung im Jahr 2000 mehr als 85.000 zufriedenen Kunden zum Eigenheim verholfen. Mit über 1 Milliarde vermittelten Darlehensvolumen in 2016 gehört PlanetHyp zu den größten unabhängigen Immobilienfinanzierern und ist mehrfach ausgezeichnet (u.a. als bester Baufinanzierer). Diese langjährige Beratungserfahrung, der Einsatz modernster Technologien sowie ein Team, das Baufinanzierung so unbürokratisch und individuell wie möglich gestaltet, macht unsere Beratungsleistung besonders erfolgreich.

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