18.09.2017

Zinskommentar PH, September 2017

Zinsen: EZB im Wartemodus

Am Vortag der Entscheidung machten deutsche Bankmanager und der Bundesfinanzminister noch einmal richtig Druck: Wolfgang Schäuble befand, dass die extrem lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) mit Strafzinsen und milliardenschweren Anleihekäufen nicht mehr angemessen sei. Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon forderte die Notenbanker auf, die Lage an der Zinsfront langsam zu normalisieren. Und John Cryan, Chef der Deutschen Bank, warnte vor neuen Verwerfungen an den Finanzmärkten. Die Sorge: Das billige Geld der EZB führt an Aktien- und Immobilienmärkten zu Vermögensblasen.

Die Mahnungen aus Deutschland blieben ungehört. In seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause hat der geldpolitische Rat der EZB Anfang September in Frankfurt hinter verschlossenen Türen über Wachstum, Inflation und Wechselkurs diskutiert – um anschließend alles beim Alten zu lassen: Leitzins 0%, Einlagensatz -0,4% und monatlich 60 Milliarden Euro für Ankäufe von europäischen Staats- und Unternehmensanleihen sowie Pfandbriefen.

EZB-Chef Mario Draghi bittet weiterhin um Geduld. Aus Sicht der Notenbanker beschleunigen sich die Preise in der Eurozone zu langsam und geraten durch den starken Euro zusätzlich unter Druck. Europas Währungshüter haben ihre Inflationsprognosen für 2018 und 2019 deshalb sogar gesenkt. Nach Lesart der EZB ist Preisstabilität bei einer Inflationsrate von knapp zwei Prozent erreicht.

Die Wachstumsdynamik wird nach Einschätzung der EZB-Ökonomen davon aber nicht gebremst. Im Gegenteil: Für das laufende Jahr hat die Zentralbank ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum in der Eurozone von 1,9 auf 2,2 Prozent angehoben. Ist das noch Krise? Und wissen Mario Draghi und seine Getreuen nicht allzu gut, dass die Geldschwemme zulasten der EZB-Bilanz den eigenen Handlungsspielraum bei künftigen Verwerfungen an den Finanzmärkten immer weiter einschränkt?

Tatsächlich könnte die Passivität der Notenbanker politisch motiviert sein. Am 24. September wählen die Bundesbürger ein neues Parlament. Die EZB dürfte den Eindruck vermeiden wollen, auf politischen Druck aus Deutschland zu reagieren. Draghi bestreitet jeden Zusammenhang mit der Bundestagswahl. Wie auch immer: Im Oktober wird sich der EZB-Rat mit dem Anleihekaufprogramm, das offiziell Ende des Jahres ausläuft, beschäftigen. Erwartet wird eine Verlängerung bei gleichzeitiger Reduzierung der monatlichen Volumina. Es wäre immerhin ein bescheidener Schritt aus der ultralockeren Geldpolitik.

Vor diesem Hintergrund ist es unwahrscheinlich, dass die Zinsen für Immobilienkredite noch einmal ihr historisches Tief aus dem Oktober 2016 erreichen. Auf der anderen Seite gibt es kurzfristig auch keinen Grund, bei der Finanzierung von Haus oder Eigentumswohnung aufs Tempo zu drücken. Deutsche Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit, die eine Benchmarkfunktion für Hypothekendarlehen haben, unterlagen zuletzt wieder stärkeren Kursschwankungen. Anleger, die insbesondere eine Eskalation des Konflikts zwischen den USA und Nordkorea befürchten, aber auch mit Argwohn auf die diplomatischen Scharmützel zwischen Washington und Moskau blicken, steuern mit ihrem Geld wieder verstärkt „sichere Häfen“ an – dazu gehören auch Bundesanleihen. Die höhere Nachfrage hat die Kurse ansteigen und damit automatisch die Renditen sinken lassen.

Im Marktdurchschnitt kosten klassische Immobilienkredite mit zehn Jahren Laufzeit aktuell gut 1,3 Prozent Zinsen – Top-Angebote liegen bis zu 0,3 Prozentpunkte darunter. Gut möglich, dass sich die Konditionen für Kreditnehmer bis zum Jahresende etwas verschlechtern. Viel wichtiger aber ist eine bedarfsgerechte Finanzierung, die alle Optionen berücksichtigt: Dazu gehört zum Beispiel auch die Möglichkeit, die monatlichen Raten gebührenfrei veränderten Rahmenbedingungen anzupassen oder die Chance auf möglichst hohe Sondertilgungen, um möglichst rasch in einer schuldenfreien Immobilie zu wohnen.

Zinstrend:

  • sehr kurzfristig: (1-4 Wochen): schwankend
  • kurzfristig (1-3 Monate): leicht steigend
  • mittelfristig (4-12 Monate): steigend
  • langfristig: steigend

ist ein Unternehmen der PlanetHome Group GmbH und auf die Vermittlung von Baufinanzierungen und Ratenkrediten mit nahezu allen Banken, Versicherungen und Bausparkassen in Deutschland spezialisiert. Mit mehr als 600 Mitarbeitern an mehr als 80 Standorten in Deutschland und Österreich ist die PlanetHome Group einer der führenden Dienstleister rund um die Immobilie. In der Baufinanzierung hat PlanetHyp seit Gründung im Jahr 2000 mehr als 85.000 zufriedenen Kunden zum Eigenheim verholfen. Mit über 1 Milliarde vermittelten Darlehensvolumen in 2016 gehört PlanetHyp zu den größten unabhängigen Immobilienfinanzierern und ist mehrfach ausgezeichnet (u.a. als bester Baufinanzierer). Diese langjährige Beratungserfahrung, der Einsatz modernster Technologien sowie ein Team, das Baufinanzierung so unbürokratisch und individuell wie möglich gestaltet, macht unsere Beratungsleistung besonders erfolgreich.

SSL Sicherheit
Qualität lohnt sich
Sie haben Fragen an uns?
089 - 76 77 41 88
Ihre Meinung ist uns wichtig!
feedback@planethyp.de

Jetzt Angebot anfordern