15.11.2016

Zinsen – der Trump-Faktor

Mexikos Währung fiel gegenüber dem US-Dollar auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren, der Euro legte um satte drei Cent zu. Der Goldpreis verteuerte sich schlagartig um fünf Prozent, die Kurse von US-Staatspapieren brachen ein, Bundesanleihen legten in der Spitze um 20 Prozent und mehr zu. Erst brachen die Aktienmärkte in Asien ein, später eröffneten die europäischen Börsen mit satten Kursabschlägen – auch beim deutsche Leitindex DAX drohte am Morgen des 9. November 2016 der Ausverkauf. Die von keinem Meinungsforschungsinstitut prognostizierte Wahl des Republikaners Donald Trump zum 45. Präsidenten der USA hatte Anleger und Analysten gleichermaßen in Panik versetzt.

Politische Börsen haben kurze Beine – überraschend schnell steckten die Marktteilnehmer ihren ersten Schock weg. Schon am Nachmittag wiesen die europäischen Aktienindizes Kursgewinne aus, 10-jährige Bundesanleihen gaben ihre Gewinne vom Morgen wieder ab, der Euro fiel auf Vortageskurs und Gold verteidigte nur noch ein geringes Plus. So schwankungsanfällig, wie sich die Märkte am Tag 1 nach Trumps Wahl zeigte, wird es in den kommenden Wochen vielleicht nicht zugehen – doch die Verunsicherung dürfte mindestens so lange anhalten, bis die künftige US-Politik klare Konturen bekommt.

Niemand weiß heute, wie sehr sich Trump dem politischen Apparat in Washington entziehen kann, wie sein Programm für die kommenden vier Jahre aussieht und was er davon tatsächlich umsetzen wird. Droht die Abschottung der USA, erteilt Trump dem freien Welthandel eine Absage? Ziehen Kapitalanleger aus Asien und Europa ihr Kapital ab? Werden private Investitionen verschoben und rutscht die US-Wirtschaft in eine Rezession ab oder schaffen milliardenschwere staatliche Infrastrukturprogramme noch mehr Wachstum und Jobs?

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) jedenfalls dürfte ihren Fahrplan für die nächste Leitzinserhöhung überdenken. Bislang galt der Dezember als wahrscheinlicher Termin, um die vor einem Jahr eingeleitete Leitzinswende fortzuführen. Die Fed, deren Chefin Janet Yellen alles andere als eine Trump-Vertraute ist, wird nun wohl abwarten, wie sich die Lage in den kommenden Wochen, vielleicht sogar Monaten entwickelt.

Auch ohne Zutun der Fed ist ein Anstieg der Kapitalmarktzinsen in den USA denkbar. Mangelndes Vertrauen und die Aussicht auf eine steigende Staatsverschuldung dürften zu höheren Risikozuschlägen bei US-Staatsanleihen führen. Das könnte auch auf die europäischen Anleihemärkte ausstrahlen – die sich meist nicht vollständig von den Entwicklungen am größten Rentenmarkt der Welt abkoppeln können.

In der Eurozone allerdings wird die Europäische Zentralbank weiter für niedrige Marktzinsen sorgen – das Risiko einer Wachstumsverlangsamung ist nach dem überraschenden Wahlausgang in den USA gestiegen. Mit einer expansiven Geldpolitik versucht die EZB nun schon seit Jahren die Finanzmärkte zu stabilisieren und Europas Wirtschaft mehr Schwung zu verleihen. Dafür wurden nicht nur die Zinsen gesenkt, sondern auch ein Anleihekaufprogramm für Staats- und Unternehmenspapiere aufgelegt. Mindestens bis März 2017 nimmt die EZB monatlich Wertpapiere im Volumen von rund 80 Milliarden Euro in ihre Bilanz. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Programm verlängert wird – zuletzt hatte sich vor der US-Wahl Italiens Notenbank entsprechend positioniert – , ist seit dem 9. November noch einmal gestiegen.
Die Geldschleusen bleiben geöffnet – und die Nachfrage nach Immobilien bleibt hoch. Denn während Staats- und Unternehmensanleihen aus den Industriestaaten kaum noch Zinsen abwerfen oder sogar Geld kosten, lässt sich mit Betongold noch Geld verdienen. Das treibt zwar die Preise für Grundstücke, Wohnungen und Häuser sowie die Baukosten für Neubauten weiter nach oben. Auf der anderen Seite aber sind und bleiben die Finanzierungsbedingungen exzellent. Klassische Hypothekendarlehen mit zehn Jahren fester Zinsbindung gibt es aktuell durchschnittlich für effektiv unter 1,15 Prozent. Und wer sich länger binden möchte, was im aktuellen Zinstief zu empfehlen ist, zahlt für 15 Jahre effektiv gut 1,55 und für 20 Jahre rund 1,80 Prozent Zinsen. Der leichte Zinsanstieg im Oktober jedenfalls ist kein Grund, vorschnell einen Immobilienkredit zu unterzeichnen – und der Wahlsieg Trumps auch nicht.

Zinstrend:
sehr kurzfristig: (1-4 Wochen): seitwärts
kurzfristig (1-3 Monate): seitwärts
mittelfristig (4-12 Monate): seitwärts
langfristig: moderat steigend

ist ein Unternehmen der PlanetHome Group GmbH und auf die Vermittlung von Baufinanzierungen und Ratenkrediten mit nahezu allen Banken, Versicherungen und Bausparkassen in Deutschland spezialisiert. Mit mehr als 600 Mitarbeitern an mehr als 80 Standorten in Deutschland und Österreich ist die PlanetHome Group einer der führenden Dienstleister rund um die Immobilie. In der Baufinanzierung hat PlanetHyp seit Gründung im Jahr 2000 mehr als 85.000 zufriedenen Kunden zum Eigenheim verholfen. Mit über 1 Milliarde vermittelten Darlehensvolumen in 2016 gehört PlanetHyp zu den größten unabhängigen Immobilienfinanzierern und ist mehrfach ausgezeichnet (u.a. als bester Baufinanzierer). Diese langjährige Beratungserfahrung, der Einsatz modernster Technologien sowie ein Team, das Baufinanzierung so unbürokratisch und individuell wie möglich gestaltet, macht unsere Beratungsleistung besonders erfolgreich.

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