13.12.2016

Zinsen: Begrenzter Anstieg

Mario Draghi hält Kurs: Am 8. Dezember verkündete der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) die Verlängerung des Ankaufprogramms für Staats- und Unternehmensanleihen aus dem Euroraum. Damit hatten im Vorfeld der turnusmäßigen geldpolitischen Sitzung des EZB-Rats die meisten Beobachter zwar gerechnet. Doch im Detail lieferten die Notenbanker mehr als vom Markt erwartet. Die EZB setzt ihre ultralockere Geldpolitik bis Ende 2017 fort. Trotz eines zuletzt leichten Anstiegs der Kapitalmarktzinsen und der robusten Konjunktur bleibt damit auch in Deutschland das Niedrigzinsumfeld weitgehend stabil.

Seit Juni 2015 pumpt die EZB im Rahmen ihres Anleiheprogramms (PSPP) jeden Monat rund 80 Milliarden Euro in die Finanzmärkte. Damit sollte eigentlich im März 2017 Schluss sein. Daraus wird nun nichts – allerdings reduziert die EZB ihr monatliches Kaufvolumen um 20 auf dann 60 Milliarden Euro. Dies mag als Entgegenkommen gegenüber Jens Weidmann zu verstehen sein. Der Präsident der Bundesbank gilt als Kritiker der Geldschwemme, deren Nutzen ohne flankierende staatliche Konjunkturprogramme tatsächlich mehr und mehr bezweifelt werden muss.

Draghi, selbst unermüdlicher Mahner für mehr Reformeifer, lässt aber nichts anbrennen. So behalte sich die Notenbank vor, im Bedarfsfall das Kaufvolumen wieder aufzustocken. Um überhaupt genügend Staatsanleihen, Pfandbriefe und Unternehmenspapiere in die Bilanz nehmen zu können, hat die EZB darüber hinaus die Laufzeit der kaufbaren Anleihen ausgeweitet und die Zinsuntergrenze aufgegeben. Im Klartext: Künftig könnten auch Staatsanleihen gekauft werden, deren Rendite unter dem so genannten Einlagensatz von aktuell -0,4% liegt.

Das PSPP mit seinen veränderten Bedingungen wird den jüngst vollzogenen Anstieg der laufenden Verzinsung deutscher Staatsanleihen im kommenden Jahr begrenzen. Im Zuge der leicht höheren Inflationserwartungen, aber vor allem seit der US-Wahl hat sich die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen mehr als verdoppelt. Dahinter steckt die Erwartung, dass gewaltige Infrastrukturprogramme in den USA das Wirtschaftswachstum dort befeuern und einen schnelleren Anstieg der US-Leitzinsen nach sich ziehen. Die wachsende Zinsdifferenz zwischen den USA und den europäischen Kernstaaten hat eine Verschiebung der Kapitalströme an den internationalen Rentenmärkten zur Folge. Die daraus resultierende sinkende Nachfrage auch nach Bundesanleihen führt hier zu Kursverlusten und im Gegenzug automatisch zu steigenden Renditen.

Die 10-jährigen Staatsanleihen sind auch eine Benchmark für die Zinsentwicklung am Hypothekenmarkt in Deutschland. Und tatsächlich haben sich Immobilienkredite seit Anfang November im Marktdurchschnitt um rund 0,2 Prozentpunkte verteuert. Das Ausgangsniveau war allerdings historisch niedrig. So kostet ein Hypothekendarlehen mit zehn Jahren fester Zinsbindung nominal derzeit noch immer weniger als 1,3 Prozent. Im Verlauf der kommenden Monate könnte sich der jüngste Trend noch etwas fortsetzen. Doch die EZB-Geldpolitik und eine Reihe politischer und wirtschaftlicher Risiken in Europa dürften den Anstieg in engen Grenzen halten.

Fazit: Auch 2017 bleiben die Finanzierungbedingungen für Bauherren und Immobilienkäufer hervorragend. Die hohe Nachfrage nach Wohnraum insbesondere in zentralen Lagen einerseits und steigende Baukosten andererseits sollten Eigenheimer allerdings stets im Blick behalten. Es gibt keinen Grund für übereilte Entscheidungen – sowohl was die Immobilie selbst als auch was ihre Finanzierung betrifft. Es gibt aber auch keinen Grund Entscheidungen zu verzögern. Billiger als heute werden Immobilienkredite auf absehbare Zeit wohl nicht mehr.

Zinstrend:

sehr kurzfristig: (1-4 Wochen): leicht steigend

kurzfristig (1-3 Monate): leicht steigend

mittelfristig (4-12 Monate): seitwärts

langfristig: moderat steigend

ist ein Unternehmen der PlanetHome Group GmbH und auf die Vermittlung von Baufinanzierungen und Ratenkrediten mit nahezu allen Banken, Versicherungen und Bausparkassen in Deutschland spezialisiert. Mit mehr als 600 Mitarbeitern an mehr als 80 Standorten in Deutschland und Österreich ist die PlanetHome Group einer der führenden Dienstleister rund um die Immobilie. In der Baufinanzierung hat PlanetHyp seit Gründung im Jahr 2000 mehr als 85.000 zufriedenen Kunden zum Eigenheim verholfen. Mit über 1 Milliarde vermittelten Darlehensvolumen in 2016 gehört PlanetHyp zu den größten unabhängigen Immobilienfinanzierern und ist mehrfach ausgezeichnet (u.a. als bester Baufinanzierer). Diese langjährige Beratungserfahrung, der Einsatz modernster Technologien sowie ein Team, das Baufinanzierung so unbürokratisch und individuell wie möglich gestaltet, macht unsere Beratungsleistung besonders erfolgreich.

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