11.05.2017

Sanfter Kurs auf höhere Zinsen

Ende April hatte Mario Draghi auf Fragen zur Frankreich-Wahl noch ausgesprochen reserviert reagiert: „Wir machen keine Geldpolitik auf der Basis von möglichen Wahlergebnissen.“ Doch ebenso wie vielen politischen Akteuren in Europa – allen voran in der Eurozone – dürfte auch dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) ein mächtiger Stein vom Herzen gefallen sein, dass der liberale und europafreundliche Emmanuel Macron siegreich aus der Präsidentschaftswahl bei unseren Nachbarn hervorgegangen ist. Gewiss, es bleiben mit Blick auf die französischen Parlamentswahlen im Juni gewaltige Unsicherheiten. Trotzdem gehen viele Experten davon aus, dass die EZB bald einen ersten Schritt Richtung Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik wagen könnte.

Auch aus der Notenbank selbst kommen entsprechende Signale: So hält EZB-Direktor Yves Mersch die Zeit für eine Debatte darüber für reif. Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone habe sich beschleunigt und die politischen Unsicherheiten hätten seit Jahresbeginn abgenommen, sagte Mersch bei einer Rede in Tokio. Die Diskussion müsse aber „in einer strukturierten, geordneten und angemessen umsichtigen Weise stattfinden“. Das EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny, im Hauptberuf Österreichs Notenbankchef, kündigte bereits an, auf der Sitzung im Juni werde „die Strategie für den Beginn des Jahres 2018“ besprochen.

Viele positive Signale

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste: Die EZB-Verantwortlichen wissen, dass ihre Aussagen auf die Goldwaage gelegt werden. Selbst kleine Justierungen des geldpolitischen Kurses können zu starken Zinsreaktionen führen, wenn die Märkte daraufhin ihre Erwartungen an die Zukunft anpassen.

Doch die Fakten sprechen für sich: Die Konjunktur in der Eurozone nimmt weiter Fahrt auf, die Stimmungsindikatoren stehen auf grün: So kletterte der IHS-Markit-Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft – Industrie und Dienstleister– im April überraschend um 0,3 auf 56,7 Punkte – der beste Wert seit April 2011. Einen positiven Beitrag leisteten hier mit Frankreich und Italien ausgerechnet zwei bisherige Sorgenkinder. In Spanien wiederum fiel die Zahl der Arbeitslosen im April um knapp 130.000 – so stark wie noch nie in einem Monat. Im ersten Quartal wuchs das Bruttoinlandsprodukt in der viertgrößten Volkswirtschaft der Eurozone um 0,8 Prozent und lag damit deutlich über dem Schnitt (0,5 Prozent). Und Deutschland schließlich blieb seinem Ruf als Konjunkturlokomotive treu: Mit 211,1 Milliarden Euro wurde im März ein neuer Rekord bei den Aus- und Einfuhren markiert.

Auch beim Thema Inflation tut sich was. Zur Erinnerung: Die EZB strebt für den Währungsraum mittelfristig eine Inflation von „unter, aber nahe zwei Prozent“ an. Und siehe da: Im April stieg die Inflation im Euroraum unerwartet stark auf 1,9 Prozent. Als strengerer Maßstab gilt allerdings die sogenannte Kerninflation, die um besonders schwankungsanfällige Preise für Energie und Lebensmittel bereinigt ist. Doch auch sie legte von 0,7 auf 1,2 Prozent deutlich zu.

Hohe Tilgung im Trend

Doch trotz Konjunkturschub und Inflationsanstieg befinden sich die Kapitalmarktrenditen seit über drei Monaten in einem relativ engen Seitwärtskanal bei 10-jährige Bundesanleihen zwischen 0,15 und 0,50 Prozent. Dämpfend wirken hier das Anleiheankaufprogramm der EZB – aktuell im Volumen von 60 Milliarden Euro im Monat – und zuletzt eine geringere Risikobereitschaft der Anleger.

Aktuell ist das Zinsumfeld für die Immobilienfinanzierung deshalb ausgesprochen günstig – im April hatte es eine regelrechte „Zinsdelle“ gegeben: Die Konditionen für zehnjährige Hypothekendarlehen erreichten laut Biallo-Index mit durchschnittlich gut 1,30 Prozent ein neues Jahrestief.

Vor dem Hintergrund einer robusten wirtschaftlichen Entwicklung und steigender Inflationserwartungen dürfte das Zinsniveau vor allem für längere Laufzeiten steigen – insbesondere wenn die politischen Risiken des Superwahljahres in Europa schwinden.

Wer also demnächst eine Finanzierung plant, tut gut daran, sich die Zinsen langfristig zu sichern. Interessant sind auch eine hohe anfängliche Tilgung von beispielsweise drei Prozent oder regelmäßige Sondertilgungen. Der Trend geht zum sogenannten Volltilgerdarlehen: Dabei ist die Restschuld am Ende der Laufzeit komplett getilgt – und das Risiko steigender Zinsen gleich null, weil kein Anschlusskredit erforderlich ist. Diese Art von solider Finanzierung – genug Eigenkapital, ordentliche Tilgung – gilt übrigens auch als wichtiges Argument dafür, dass Deutschland nach wie keine Immobilienblase droht.

ist ein Unternehmen der PlanetHome Group GmbH und auf die Vermittlung von Baufinanzierungen und Ratenkrediten mit nahezu allen Banken, Versicherungen und Bausparkassen in Deutschland spezialisiert. Mit mehr als 600 Mitarbeitern an mehr als 80 Standorten in Deutschland und Österreich ist die PlanetHome Group einer der führenden Dienstleister rund um die Immobilie. In der Baufinanzierung hat PlanetHyp seit Gründung im Jahr 2000 mehr als 85.000 zufriedenen Kunden zum Eigenheim verholfen. Mit über 1 Milliarde vermittelten Darlehensvolumen in 2016 gehört PlanetHyp zu den größten unabhängigen Immobilienfinanzierern und ist mehrfach ausgezeichnet (u.a. als bester Baufinanzierer). Diese langjährige Beratungserfahrung, der Einsatz modernster Technologien sowie ein Team, das Baufinanzierung so unbürokratisch und individuell wie möglich gestaltet, macht unsere Beratungsleistung besonders erfolgreich.

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