01.08.2017

PLANETHYP | Zinstrend August 2017 | Baufinanzierung vom Testsieger

Zinsen: Behutsamer Anstieg

Was für eine Fehleinschätzung! Noch im Frühjahr 2007 wurde das weltweite Finanzsystem vom Internationalen Währungsfonds (IWF) als sicher eingestuft. Nur wenige Wochen später, 30. Juli, musste mit öffentlichen Geldern die private Mittelstandsbank IKB vor der Pleite gerettet werden, um drohenden Turbulenzen an den Kapitalmärkten entgegenzutreten. Das Geldhaus hatte sich – wie viele andere auch – massiv mit faulen US-Hypothekenkrediten verzockt. Die, wie sich herausstellen sollte, weltweit größte Finanzkrise seit 60 Jahren hatte nun auch erkennbar Deutschland erreicht.

Aus der Bankenkrise entwickelte sich die Staatsschuldenkrise, die in Europa zur Existenzkrise für Eurozone und Gemeinschaftswährung wurde. Die Folgen sind noch heute sicht- und spürbar: Die Europäische Zentralbank (EZB) stützt seit nunmehr einem Jahrzehnt das Bankensystem ihrer ultralockeren Geldpolitik: Liquiditätshilfen, Nullzinspolitik und Ankäufe von europäischen Staats- und Unternehmensanleihen sowie Pfandbriefen in Höhe von derzeit 60 Milliarden Euro monatlich. Deutsche Sparer bangen längst um ihre Altersvorsorge. Die Renditen von Lebensversicherungen sinken seit Jahren, und wer sein Geld auf vermeintlich sichere Tages- oder Festgeldkonten anlegt, muss inzwischen froh sein, wenn er nicht draufzahlen muss.

Wo Verlierer sind, gibt es meistens auch Gewinner: Geld ist billig – und vereinzelt locken Banken Kunden sogar mit Krediten, die nichts kosten. Für die Geldhäuser ist es billiger, das Geld zinslos zu verleihen als es bei der EZB zu parken. Die Notenbanker erheben Strafzinsen, um die Kreditvergabe an Verbraucher und Unternehmen anzukurbeln. Auch Immobilienkredite bewegen sich seit Jahren auf niedrigem Zinsniveau. Inzwischen kosten klassische Hypothekendarlehen mit 10 Jahren fester Zinsbindung im Marktdurchschnitt zwar wieder rund 1,4 Prozent – das historische Zinstief wurde vor rund neun Monaten mit knapp über 1 Prozent erreicht. Die Finanzierungsbedingungen für Wohnimmobilien bleiben aber weiterhin extrem attraktiv.

Grundsätzlich wird sich daran in den kommenden Monaten auch nicht viel ändern. Dennoch: Künftige Bauherren oder Käufer von Bestandsimmobilien müssen sich wohl auf langsam steigende Finanzierungskosten einstellen. Wichtige Benchmark für die Zinsen am Hypothekenmarkt sind die Renditen 10-jähriger Bundesanleihen. Deren Entwicklung hängt insbesondere stark von den Inflationserwartungen der Anleger an den Kapitalmärkten ab. Hier zeichnet sich langsam aber sicher eine Normalisierung ab. Im Juli stiegen in Deutschland die Preise überraschend um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. In der Eurozone verharrte die Rate zwar unverändert bei 1,3 Prozent, dafür legte die Kerninflation ohne die schwankungsanfälligen Komponenten wie Energie und Lebensmittel stärker zu als erwartet.

Auch die EZB, die Preisstabilität bei knapp unter 2 Prozent definiert, sieht Anzeichen für eine höhere Preis- und Konjunkturdynamik. Erstmals verwies EZB-Chef Mario Draghi Ende Juni in seiner viel beachteten Rede auf einem Symposium im portugiesischen Sintra auf die Möglichkeit, dass die EZB in den kommenden Monaten ihre Geldpolitik graduell anpassen könnte, um das Risiko einer Konjunkturüberhitzung zu vermeiden. Konkret bedeutet das: Die EZB denkt darüber nach, das Anleihekaufprogramm zurückzufahren und 2018 ganz zu beenden. Das hätte auch einen weiteren Renditeanstieg bei den Bundesanleihen zur Folge, weil die Nachfrage nach den zwar als sicher geltenden, aber eben sehr niedrig verzinsten Papieren sinken würde.

In der jüngsten geldpolitischen EZB-Sitzung Ende Juli hielten die Währungshüter aber die Füße noch still. Das Anleihekaufvolumen blieb ebenso unverändert wie die Zinskonditionen. Doch der Trend ist angesichts der starken Konjunkturerholung in der Eurozone vorgezeichnet. Ohnehin wird die insbesondere in Deutschland seit langem formulierte Kritik an der Niedrigzinspolitik der EZB lauter. Und inzwischen sorgen sich auch die Notenbanker nicht nur in der Eurozone wieder um die Finanzstabilität. Die niedrigen Zinsen gepaart mit einem Konjunkturaufschwung können zu einer Fehllenkung von Kapital führen. Die Erinnerungen an die letzten Krisen, als Aktien- und Immobilienblasen mit verheerenden Folgen platzten, sind noch immer präsent.

Künftige Eigenheimer mit Finanzierungsbedarf müssen keinen Aktionismus an den Tag legen. Sie sollten aber die erforderlichen Kreditgespräche auch nicht unnötig auf die lange Bank schieben. Wichtig: Wer um die besten Konditionen verhandelt, sollte unbedingt auch den Aspekt der Bereitstellungszinsen für Kredite, die noch nicht abgerufen werden, im Blick behalten. Gerade Immobilienkäufer, die mit einem Bauträger zusammenarbeiten, müssen immer mal wieder mit Verzögerungen bei der Fertigstellung von Neubauten rechnen. Da wäre es ärgerlich, wenn das Kapital für die Immobilie noch gar nicht benötigt wird, aber schon Zinsen anfielen.

ist ein Unternehmen der PlanetHome Group GmbH und auf die Vermittlung von Baufinanzierungen und Ratenkrediten mit nahezu allen Banken, Versicherungen und Bausparkassen in Deutschland spezialisiert. Mit mehr als 600 Mitarbeitern an mehr als 80 Standorten in Deutschland und Österreich ist die PlanetHome Group einer der führenden Dienstleister rund um die Immobilie. In der Baufinanzierung hat PlanetHyp seit Gründung im Jahr 2000 mehr als 85.000 zufriedenen Kunden zum Eigenheim verholfen. Mit über 1 Milliarde vermittelten Darlehensvolumen in 2016 gehört PlanetHyp zu den größten unabhängigen Immobilienfinanzierern und ist mehrfach ausgezeichnet (u.a. als bester Baufinanzierer). Diese langjährige Beratungserfahrung, der Einsatz modernster Technologien sowie ein Team, das Baufinanzierung so unbürokratisch und individuell wie möglich gestaltet, macht unsere Beratungsleistung besonders erfolgreich.

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