14.02.2017

Aufwärtstrend bei Hypothekenzinsen hält an

Noch hält die Europäische Zentralbank (EZB) still: Auch auf seiner ersten geldpolitischen Sitzung im neuen Jahr beließ der EZB-Rat erwartungsgemäß den Leitzins, zu dem sich Geschäftsbanken frisches Zentralbankgeld besorgen können, auf dem Rekordtief von null Prozent. Auch der Einlagenzinssatz blieb unverändert. Banken, die überschüssiges Geld bei der EZB parken, müssen dafür weiterhin 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen.

Doch hinter den Kulissen kündigt sich ein Richtungsstreit an. Der zuletzt kräftigere Preisanstieg in der Eurozone und insbesondere in Deutschland ruft die Kritiker der quantitativen Lockerung (Quantitative Easing, QE) auf den Plan. Die EZB hatte im Dezember die Verlängerung ihres Programms zum Ankauf von europäischen Staats- und Unternehmensanleihen bis Ende 2017 verkündet. Allerdings wird ab April das monatliche Ankaufvolumen von 80 auf 60 Milliarden Euro sinken. Eine weitere Reduktion zum Jahresende hatte zuletzt Direktoriumsmitglied Benoit Coeure ins Spiel gebracht – wenn die Kerninflationsrate nachhaltig über die Marke von ein Prozent steigt.

Es könnte bald so weit sein: Die Preise innerhalb der Euro-Zone sind im Januar bereits um 1,8 Prozent gestiegen – nach nur 1,1 Prozent im Dezember. Das war der stärkste Anstieg seit vier Jahren. Hauptgrund waren die Energiepreise, die um 8,1 Prozent zulegten. Das Opec-Kartell und andere Förderländer hatten sich auf eine Produktionskürzung geeinigt, wodurch der Rohölpreis anzog. Unverarbeitete Lebensmittel verteuerten sich um 3,3 Prozent.

Den Anstieg sollte man deshalb nicht überbewerten. Denn die Kerninflation, bei der die Preise für Energie und Lebensmittel herausgerechnet sind, stieg nur geringfügig von 0,8 auf 0,9 Prozent. Sie gilt damit als der verlässlichere Indikator für den Preisanstieg – und könnte schon bald wieder nachgeben, zumal einige Ölförderländer unsichere Kantonisten sind.

In den USA ist man Europa schon ein paar Schritte voraus. Angesichts von ordentlichem Wachstum, niedriger Arbeitslosenquote und anziehenden Preisen hat die Chefin der US-Notenbank, Janet Yellen, die schrittweise Erhöhung der Zinsen eingeleitet. In diesem Jahr könnten zwei weitere Erhöhungen erfolgen, bis 2020 erwarten Experten einen Anstieg auf bis zu 3,0 Prozent. Mittelfristig dürfte dieser Trend zu steigenden Zinsen auch auf andere Weltregionen übergreifen.

Spätestens, wenn auch die Konjunktur in Europa auf solideren Füßen steht, müsste die EZB sich allmählich von ihrer lockeren Geldpolitik verabschieden – zumal das billige Geld zu enormen Kursanstiegen an den Börsen geführt hat.

Auch die Immobilienmärkte haben stark von den niedrigen Zinsen profitiert. Erstmals war zuletzt im Zusammenhang mit deutschen Ballungszentren wieder von einer Immobilienblase die Rede. So hat der Hamburger Wirtschaftsprofessor Karl-Werner Hansmann für seine Region eine zu deutliche Entkoppelung der Kaufpreise von den Mieten beobachtet, was auf eine spekulative Tendenz hindeute.

Allerdings ist nach Daten der Bundesbank die Verschuldung der privaten Haushalte (gemessen an den verfügbaren Einkommen) seit der Jahrtausendwende nicht etwa gestiegen, sondern sogar zurückgegangen – und die Wohnimmobilienkredite machen gut 70 Prozent dieser Verschuldung aus. Gegen die These von der Blase spricht auch die überwiegend vernünftige Finanzierungsstruktur mit hohem Eigenkapitaleinsatz der Käufer sowie die spürbar anziehenden Löhne, die nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamts im vergangenen Jahr real um 1,8 Prozent zugelegt haben. Und auch ein Angebot, das in weiten Teilen der Nachfrage nicht hinterherkommt, sollte einem drastischen Einbruch bei den Immobilienpreisen entgegenwirken.

So werden Immobilienkäufer oder Bauherren vielleicht noch ein bisschen genauer hinschauen und rechnen müssen, bevor sie sich für eine Immobilie mit dazu passender Finanzierung entscheiden. Angesichts langfristig steigender Zinsen ist es noch sinnvoller als sonst, viel Eigenkapital einzubringen und mit einer möglichst hohen Rate zu tilgen – viele Kreditgeber bieten hier mit Sondertilgungen eine gute Möglichkeit, die für die nötige Flexibilität sorgt. Entscheidend ist, dass am Ende der Zinsbindung das Darlehen schon ein gutes Stück zurückgeführt ist – dann lassen sich auch höhere Hypothekenzinsen in der zweiten Finanzierungsphase problemlos schultern.

Nach einem deutlichen Anstieg hatten sich die Zinsen für klassische Hypothekenkredite mit zehnjähriger Zinsbindung zuletzt auf relativ stabilem Niveau gehalten. Aktuell werden im Schnitt rund 1,4 Prozent Zinsen verlangt – ein im historischen Vergleich immer noch ausgesprochen niedriger Wert. Mittelfristig dürfte der Wert steigen – aber noch weit von früheren Hochzinsniveaus entfernt bleiben.

ist ein Unternehmen der PlanetHome Group GmbH und auf die Vermittlung von Baufinanzierungen und Ratenkrediten mit nahezu allen Banken, Versicherungen und Bausparkassen in Deutschland spezialisiert. Mit mehr als 600 Mitarbeitern an mehr als 80 Standorten in Deutschland und Österreich ist die PlanetHome Group einer der führenden Dienstleister rund um die Immobilie. In der Baufinanzierung hat PlanetHyp seit Gründung im Jahr 2000 mehr als 85.000 zufriedenen Kunden zum Eigenheim verholfen. Mit über 1 Milliarde vermittelten Darlehensvolumen in 2016 gehört PlanetHyp zu den größten unabhängigen Immobilienfinanzierern und ist mehrfach ausgezeichnet (u.a. als bester Baufinanzierer). Diese langjährige Beratungserfahrung, der Einsatz modernster Technologien sowie ein Team, das Baufinanzierung so unbürokratisch und individuell wie möglich gestaltet, macht unsere Beratungsleistung besonders erfolgreich.

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