12.01.2018

Zinskommentar: Weiter Ruhe an der Zinsfront

Die Prognosen für das neue Jahr sind exzellent: Die Wirtschaft in der Eurozone wächst stärker als gedacht, die Arbeitslosenquoten gehen auch in den südeuropäischen Krisenländern zurück, die Firmen sind optimistisch und investieren. Eigentlich wird es also Zeit, dass Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank EZB), über seinen Schatten springt und sich von der ultralockeren Geldpolitik verabschiedet. Das sehen auch zahlreiche Kollegen im EZB-Rat so – unter anderem Bundesbankpräsident Jens Weidmann, der als potenzieller Nachfolger gehandelt wird, wenn Draghis Vertrag im Herbst 2019 ausläuft. Doch der Amtsinhaber steht auf der Bremse. Seine Sorge: Die Kreditkosten für finanzschwache Euro-Staaten könnten rasant steigen, wenn die Notenbank die Zügel in der Geldpolitik allzu abrupt anzieht – zumal die Entwicklung der Inflation dazu bisher keinen Anlass gibt: Im Dezember 2017 stiegen die Verbraucherpreise in den 19 Ländern der Währungsunion gerade mal um 1,4 Prozent und damit sogar etwas langsamer als im Vormonat. So gilt es als ausgemacht, dass die EZB erst in der zweiten Jahreshälfte 2018 das Ende des milliardenschweren Anleihenankaufprogramms verkünden wird. Eine erste dezente Leitzinserhöhung würde dann frühestens Mitte 2019 folgen.

Boom mit Risiken

Dem einen oder anderen Mitgliedsstaat der Eurozone würde ein kleiner Dämpfer nicht schaden. So warnen einige Experten insbesondere für die deutsche Volkswirtschaft bereits vor einer Überhitzung, nachdem die Wachstumsprognosen erneut angehoben wurden. 2018 könnte das fünfte Jahr in Folge sein, in dem Deutschland deutlich über seinem Potenzialwachstum landet. Dieses „spannungsfreie Wachstum“ wird für eine reife, entwickelte Industrienation wie die Bundesrepublik auf 1,3 Prozent taxiert. Das diesmal besonders optimistische Münchner ifo-Institut prognostiziert für 2018 aber den doppelten Wert. Die Wirtschaft boomt, gleichermaßen von Investitionen wie von der Konsumfreude der Verbraucher getragen, viele Unternehmen arbeiten unter Volldampf. Selbst der stabile Euro schadet der Exportwirtschaft nicht. Die Zahl der Arbeitsplätze dürfte in Deutschland 2018 auf den Rekordwert von 44,8 Millionen steigen. Die Überauslastung der Betriebe – etwa in der Bauwirtschaft – führt mittlerweile bereits zu Kapazitätsengpässen, weil frei werdende Stellen nicht mehr mit qualifiziertem Personal besetzt werden können. Nach herrschender Meinung müsste diese Konstellation über kurz oder lang zu höheren Lohnabschlüssen führen – und durch die steigende Kaufkraft dann auch zu höheren Preisen: Eine „Lohn-Preis-Spirale“ käme in Gang. Doch bisher ist davon nicht viel zu spüren – und die Notenbank sieht deshalb nach wie vor keinen Handlungsbedarf.

Erfreuliche Kreditkonditionen

Für Bauherren und Käufer von Immobilien bleibt die Lage deshalb weiter entspannt. Zuletzt hatte der effektive Jahreszins für ein klassisches Hypothekendarlehen mit 10-jähriger Zinsbindung laut Biallo-Index sogar wieder etwas nachgegeben und im Durchschnitt 1,32 Prozent erreicht. Bei der empfehlenswerten längeren Zinsbindung von 15 Jahren verharrte der Wert bei 1,80 Prozent. Wer also ein geeignetes Objekt im Auge hat, kann mit aller gebotenen Sorgfalt das passende Finanzierungspaket schnüren. Gute Nachrichten auch von der Preis-Front: Nach dem kräftigen Anstieg der Immobilienpreise in den vergangenen Jahren scheint sich die Lage in zahlreichen Regionen ein wenig zu beruhigen. Die Nachfrage bleibt zwar hoch, aber auch an gefragten Standorten dürfte es nicht mehr so rapide nach oben gehen wie zuletzt – zumal die Mieten mit der Entwicklung nicht Schritt gehalten haben. Nach einer Untersuchung des Analysehauses Empirica sind die Kaufpreise zwischen 2004 und 2017 in 249 von 402 Kreisen stärker gestiegen als die Mieten für Neumieter. Da außerdem mehr neue Wohnungen errichtet werden und die Zuwanderung spürbar geringer ausfällt, könnte der Preisdruck bei Immobilien zumindest gebietsweise etwas nachlassen.

Zinstrend:

  • sehr kurzfristig: (1-4 Wochen): gleichbleibend
  • kurzfristig (1-3 Monate): leicht steigend
  • mittelfristig (4-12 Monate): steigend
  • langfristig: steigend

ist ein Unternehmen der PlanetHome Group GmbH und auf die Vermittlung von Baufinanzierungen und Ratenkrediten mit nahezu allen Banken, Versicherungen und Bausparkassen in Deutschland spezialisiert. Mit mehr als 600 Mitarbeitern an mehr als 80 Standorten in Deutschland und Österreich ist die PlanetHome Group einer der führenden Dienstleister rund um die Immobilie. In der Baufinanzierung hat PlanetHyp seit Gründung im Jahr 2000 mehr als 85.000 zufriedenen Kunden zum Eigenheim verholfen. Mit über 1 Milliarde vermittelten Darlehensvolumen in 2016 gehört PlanetHyp zu den größten unabhängigen Immobilienfinanzierern und ist mehrfach ausgezeichnet (u.a. als bester Baufinanzierer). Diese langjährige Beratungserfahrung, der Einsatz modernster Technologien sowie ein Team, das Baufinanzierung so unbürokratisch und individuell wie möglich gestaltet, macht unsere Beratungsleistung besonders erfolgreich.

SSL Sicherheit
Qualität lohnt sich
Sie haben Fragen an uns?
089 - 76 77 41 88
Ihre Meinung ist uns wichtig!
feedback@planethyp.de

Jetzt Angebot anfordern